Magna-Aus in Tiengen: „Das ist ein schwerer Schlag für unseren Wirtschaftsstandort und die Beschäftigten“

03.11.2026

Die angekündigte Schließung des Magna-Standorts in Tiengen zum Ende des ersten Quartals 2027 ist ein schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort Waldshut-Tiengen und die gesamte Region. 255 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Entscheidung betroffen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der fehlenden Zukunftsfähigkeit des Standorts und der allgemeinen Krisenstimmung in der Automobilzulieferindustrie. Der Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner zeigt sich angesichts dieser Entwicklung tief betroffen und fordert, alle Möglichkeiten für eine Zukunft des Standorts zu prüfen.

„Diese Nachricht trifft unsere Region hart. 255 Menschen bangen um ihre berufliche Zukunft. Hinter jedem Arbeitsplatz stehen Familien, persönliche Lebensplanungen und oft viele Jahre Verbundenheit mit dem Unternehmen. Ihnen und ihren Angehörigen gilt jetzt meine volle Solidarität“, erklärt Schreiner.

Dass die Automobilzulieferindustrie unter erheblichem wirtschaftlichem Druck steht, sei nicht zu übersehen. Die Transformation der Branche, die schwache konjunkturelle Entwicklung und die Unsicherheit über die weitere Marktentwicklung stellten viele Unternehmen vor große Herausforderungen. „Die wirtschaftliche Lage ist schwierig, und die Sorgen der Zulieferindustrie sind berechtigt. Aber gerade in einer solchen Situation müssen wir alles daransetzen, industrielle Substanz und Arbeitsplätze zu erhalten. Eine schwierige Branchenlage darf nicht automatisch das Ende eines gewachsenen Industriestandorts bedeuten.“

Schreiner fordert deshalb eine umfassende Prüfung der Entscheidung und einen engen Austausch zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat, Arbeitnehmervertretungen und Politik. Dabei müsse insbesondere geklärt werden, welche konkreten Faktoren gegen eine Zukunft des Standorts sprechen und ob alternative Konzepte, neue Geschäftsfelder oder andere industrielle Nutzungsmöglichkeiten eine Perspektive eröffnen könnten.

„Ich möchte verstehen, welche Möglichkeiten tatsächlich geprüft wurden und ob es nicht doch einen Weg gibt, den Standort oder zumindest einen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten. Magna trägt Verantwortung gegenüber den 255 Beschäftigten, aber auch gegenüber einer Region, in der industrielle Arbeitsplätze eine wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung haben.“

Zugleich sieht Schreiner die Entwicklung als weiteres Warnsignal für den Industriestandort Deutschland. „Wir müssen wieder stärker dafür sorgen, dass industrielle Produktion bei uns eine Zukunft hat. Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und Planungssicherheit. Wenn wir unsere industrielle Basis erhalten wollen, müssen wir die Herausforderungen der Transformation ernst nehmen und konkrete Lösungen ermöglichen.“

Felix Schreiner kündigt an, die weitere Entwicklung eng zu begleiten und den Austausch mit den Verantwortlichen zu suchen. „Jetzt geht es darum, nicht vorschnell einen Schlussstrich zu ziehen. Die 255 Beschäftigten verdienen eine ernsthafte Prüfung aller Möglichkeiten und vor allem eine verlässliche Perspektive für ihre Zukunft.“