Wenn das Futter knapp wird und sich die Frage nach der Zukunft stellt. Felix Schreiner im Austausch mit Landwirten

01.10.2026

Biodiversität, Landschaftspflege und die Identität der Region. Gerade im Schwarzwald seien die Bedingungen besonders anspruchsvoll: Steile Hänge, kleine Flächen, nasse Bereiche und schwierige Zufahrten machten die Bewirtschaftung aufwendiger als in vielen anderen Regionen. „Wir können deshalb nicht einfach die Maßstäbe großer, ebener Betriebe auf den Schwarzwald übertragen.“

Auch Bürgermeister Marcel Schneider und Bettina Schmitz unterstrichen die Bedeutung der Landwirtschaft für Todtmoos und die gesamte Region. Gerade im Schwarzwald seien landwirtschaftliche Betriebe weit mehr als reine Lebensmittelproduzenten. Sie prägten die Kulturlandschaft, sicherten Wertschöpfung vor Ort und leisteten einen wichtigen Beitrag dazu, dass der ländliche Raum lebendig und zukunftsfähig bleibe.

„Wenn wir wollen, dass Landwirtschaft auch künftig im Schwarzwald eine Zukunft hat, müssen wir diejenigen unterstützen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Höfe weiterzuführen“, so Schreiner.

Ein weiterer Aspekt sei der gesellschaftliche Blick auf die Landwirtschaft. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Landwirtschaft heute sehr schnell kritisiert wird, ohne dass viele Menschen noch wissen, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb tatsächlich funktioniert. Ich glaube deshalb, dass der direkte Austausch zwischen Landwirtschaft und Politik, aber auch zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft, enorm wichtig ist. Denn Wissen wird meist nicht über Social Media vermittelt. Landwirte produziere etwas, das jeder Mensch jeden Tag brauche: Lebensmittel“, so Gerspacher.

Schreiner will die Eindrücke aus Todtmoos deshalb auch in seine politische Arbeit in Berlin einbringen. „Wir reden in Berlin häufig über Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und die Zukunft des ländlichen Raums. Hier vor Ort sieht man, was diese Begriffe konkret bedeuten. Wenn ein junger Mensch einen Hof übernimmt, ist das ein starkes Signal für die Zukunft. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Zukunft auch wirtschaftlich möglich bleibt, denn wenn ein Hof einmal aufgegeben sei, komme er meistens nicht wieder. Damit gingen nicht nur regionale Lebensmittelproduktion und Arbeitsplätze verloren, sondern auch Wissen, Tierhaltung, Landschaftspflege und ein Stück Schwarzwälder Identität. „Mir ist wichtig, dass Landwirtschaft im Schwarzwald eine Zukunft hat – und dass dies auch für die nächste Generation noch möglich ist“, so Lea Gerspacher.